Sonntag, 22. September 2013

Hausmittelchen


Wisst ihr noch damals bei Oma? Die wusste Bescheid. Die wusste: Gutes kommt aus der Küche und nicht aus dem nächsten Drogeriemarkt. Bier ist gut für‘s Haar und Kaffeesatz gut für die Haut. Ja, sowas  hört man immer wieder, besonders wenn man auf der Suche nach dem richtigen Duschgel, Gesichtswaschgel und Shampoo vor Verzweiflung am liebsten den halben Kühlschrankinhalt mit ins Bad schleppen will. Über die Jahre habe ich so meine Erfahrungen mit Hausmitteln gemacht und dabei meine ganz eigenen Tipps und Tricks für schöne und vor allem gesunde Haut entdeckt. (Tipps für schönes Haar gibt es hier)

Keep Calm and have a Cup of Tea


Tee ist lecker. Tee ist gesund. Tee macht schön. Wenn ich am Wochenende mal etwas mehr Zeit habe, um mich meiner Schönheitspflege zu widmen, beginnt diese meist mit einem entspannenden Gesichtsdampfbad. Dazu gebe ich aufgekochtes Wasser und einen Beutel Kamillentee in eine Schüssel und halte mein Gesicht unter einem Handtuch darüber. Die Poren werden geöffnet und das Kondenswasser, das sich dabei bildet, spült all die unliebsamen Hautunreinheiten heraus. Vergesst die leeren Versprechungen auf den Waschgeltuben - das nennt man wirklich porentiefe Reinigung! 

Solltet ihr hinterher keine Zeit für ein Peeling haben, könnt ihr euer Gesicht mit einem milden Waschgel reinigen und mit (eis)kaltem Wasser ausspülen. 
    
Auch als Spülung kann Tee wahre Wunder bewirken.  

1/2 - 1 Liter Kamillentee hellt blondes Haar nicht nur natürlich auf, sondern wirkt auch gut gegen fettendes Haar und gereizte Kopfhaut.

1/2  - 1 Liter Schwarztee gibt dunklem Haar mehr Glanz und Kraft.

1/2 - 1 Liter Kräutertee, vorzugsweise Brenneseltee, hilft bei dunklem schnell fettendem Haar und gereizter Kopfhaut.

Aber Vorsicht meine Lieben! Legt euch keine ausgekochten Teebeutel auf die Augen, denn diese besitzen ganz feine Schwebstoffe, die Augenhornhaut reizen können


Kalter Kaffee macht schön.


Naja so ganz stimmt das nun nicht. Dieser hartnäckige Mythos stammt noch aus der Barockzeit. Damals war ein schneeweißes Gesicht ein Zeichen von Reichtum. Deshalb wurden die feinen Damen und Herren so blass wie möglich geschminkt. Da die Kosmetik zu der Zeit allerdings alles andere als von guter Qualität war, hat der Dampf von heißem Kaffee die aufgepinselte Schönheit dahin schmelzen lassen. Deswegen wurde er damals auch kalt getrunken. 

Doch ob heiß oder kalt, das was nach dem Brühen einer Tasse Kaffee übrig bleibt, ist für eure Haut von viel entscheidender Bedeutung. Der Kaffeesatz im Filterbeutel ist ein ganz hervorragendes Peeling für Gesicht und Körper. Die Härte und Größe der gemahlenen Bohnen ist ideal, um euch von abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien ohne die Haut dabei zu reizen und verletzen. Zudem strafft es euere Haut und mindert Cellulite an den Oberschenkeln. (Leider mindert Kaffee nur die unschöne Orangehaut. Völlig verschwinden wird sie davon nicht.)

Zugegeben - die Anwendung ist eine ziemliche Sauerei, aber für das tolle Ergebnis lohnt es sich. Am liebsten wende ich das Peeling nach dem oben erwähnten Gesichtsdampfbad an. Ganz ehrlich, so eine reine und superweiche Haut hatte ich noch nach keinem gekauften Produkt aus der Drogerie. Danach wascht ihr euch wie gewohnt die Reste des Kaffees mit Duschgel bzw. Gesichtswaschgel ab.   


Die organische Phase aus Wasserdampfdestillaten


Egal, ob schnell fettende, trockene oder reife Haut, es gibt meiner Meinung nach für alle ein geeignetes ätherisches Öl. Schon  seit Jahren verfeinern meine Mutter und ich unsere Gesichtscremes mit Öl, um etwaige Defizite auszugleichen. Und obwohl ich zwischendurch neue Cremes ausprobiert habe, lande ich schlussendlich immer wieder bei meiner No-Name-Feuchtigkeitscreme. Je nach Hauttyp kann man 1-2 verschiedenen Öle zusätzlich zu einer einfachen Basic-Gesichtscreme verwenden. 

1 Tropfen auf 1 Teelöffel (5ml) oder 3 Tropfen auf 1 Esslöffel (15ml) Teebaumöl: Bei schnell fettender Problemhaut (Wirkt antiseptisch und antibakteriell)

1 Tropfen auf 1 Teelöffel (5ml) oder 3 Tropfen auf 1 Esslöffel (15ml) Jojobaöl: Bei reifer und trockener Haut (Erhöht Elastizität der Haut und schützt vor Feuchtigkeitsverlust)

1 Tropfen auf 1 Teelöffel (5ml) oder 3 Tropfen auf 1 Esslöffel (15ml) Lavendelöl: Für alle Hauttypen (Wirkt antimikrobiell und beruhigend)

Ein zusätzlicher Tipp: Ich möchte meine Creme immer so frisch wie möglich haben. Aber nach einem  Tiegel mit 50ml Inhalt wird es trotz vorher gewaschenen Händen irgendwann unhygienisch. Deswegen nehme ich nur etwa die Hälfte meiner Creme und vermische sie in einem sauberen Tiegel mit etwas Teebaum- und Lavendelöl. Ich muss sie mir deswegen zwar öfter zubereiten, habe aber aufgrund der geringen Menge nicht irgendwann Unmengen von Bakterien im Tiegel

Es gibt natürlich noch eine ganze Palette an Ölen, die gut für die Haut sind, aber diese 3 sind meine Favoriten, zu denen ich immer wieder greife und mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.


Mutter Erde

 
Sucht man im Internet nach Gesichtsmasken, die mit frischen Zutaten aus der Küche zubereitet werden können, hat man schon nach wenigen Minuten die Qual der Wahl. Für jedes Problemchen gibt es die passende Maske. Meist beinhalten die Rezepte Quark, Honig oder Avocado und sind schnell hergestellt. 

Quark-Honig-Maske: 2 EL angewärmten Honig mit 1EL Quark verrühren und 30 Minuten einwirken lassen. (Für gerötete Problemhaut)

Avocado-Maske: 1-2 TL Avocado, 1 TL Naturjoghurt mit 1/2 TL Honig verrühren und 10 Minuten einwirken lassen. (Für trockene Haut)

Auch wenn ich viele davon ausprobiert habe und sie alle gut finde, ist mein absoluter Liebling bei der Herstellung einer Maske jedoch pure Heilerde. (Luvos Heilerde 2 kostet ca. 5 - 7 €) Je nach Bedarf kann ich sie nämlich mit einigen Tropfen Öl  oder Honig an die Bedürfnisse meiner Haut anpassen und bekomme dadurch eine reinigende Maske, die dennoch sehr sanft zur Haut ist. Die Anwendung und das Abwaschen hinterher mögen zwar etwas schmuddelig sein, aber im Gegensatz zu den fertigen Masken aus der Drogerie schmiert man sich so nicht Unmengen von chemischen Konservierungsstoffen ins Gesicht.

1 gehäuften Teelöffel Heilerde und 1/2 - 1 Teelöffel Wasser: Für ölige Haut.

1 gehäuften Teelöffel Heilerde, 1/2 Teelöffel Honig und 1/2 - 1 Teelöffel Wasser: Für gereizte und gerötete Haut. (20 Minuten einwirken lassen)

1 gehäuften Teelöffel Heilerde, 1-2 Tropfen Teebaumöl und 1/2 - 1 Teelöffel Wasser: Diese Mischung ist ziemlich stark austrocknend und sollte nur für sehr ölige Problemhaut verwendet werden.

1 gehäuften Teelöffel Heilerde, 1-2 Tropfen Lavendelöl und 1/2 - 1 Teelöffel Wasser: Reinigt und beruhigt die Haut.

1 gehäuften Teelöffel Heilerde, 1-2 Tropfen Oliven- oder Jojobaöl und 1/2 - 1 Teelöffel Wasser: für Mischhaut. Reinigend und pflegend zugleich.

Nachdem die Heilerde im Gesicht komplett durchgetrocknet ist, könnt ihr sie mit sanftem Druck abrubbeln und mit einem milden Gesichtswaschgel die Haut von den Resten befreien. 

Nun gibt es natürlich auch noch die Heilerdemasken aus der Tube. Diese  habe ich zwar noch nie ausprobiert, aber ich für meinen Teil finde es schöner mit reinem Pulver meine Masken anzurühren. So kann ich immer wieder aufs Neue die Maske an meine Bedürfnisse anpassen und weiß dabei ganz genau was mir auf das Gesicht kommt. Zudem finde ich es wesentlich günstiger, weil eine Packung loses Pulver bei mir ewig hält und auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums verwendet werden kann.


Du hübsche Honigbiene du!


Wer hätte gedacht, dass das flüssige Gold schon damals in der Steinzeit von „Honigjägern“ als Nahrungsmittel genutzt wurde? Doch wenn man ihn heutzutage nicht aufs Frühstücksbrötchen schmiert, dann findet er Anwendung in der Schönheitspflege. Egal ob im Erkältungstee oder als Zutat in einer Gesichtsmaske, Honig ist einfach gut für den Körper

Neben einem reichhaltigen Körperpeeling benutze ich am liebsten puren Honig für meine Lippen. Ich fülle dafür einfach einen Teelöffel voll in ein kleines Döschen (aus der Apotheke für ca. 35 Cent) und trage mit der Fingerspitze jeden Morgen etwas davon auf die Lippen. So verunreinigt man nicht gleich das ganze Honigglas und durch die geringe Menge stellt man auch sicher, dass man immer frischen Honig im Döschen hat. 

Für Luxusschnecken gibt es auch die Möglichkeit 150g Honig mit 1L Milch ins Badewasser zu mischen und sich wie Kleopatra bei Kerzenschein einen schönen Abend zu machen.

Das waren sie also - meine persönlichen Favoriten, wenn es um Hausmittelchen geht. Es gibt natürlich noch tausend weitere Rezepte, Varianten und Zutaten für die verschiedensten Probleme und Hauttypen. Habt ihr selbst einige Erfahrungen mit Hausmitteln sammeln können? Was sind eure Lieblingsrezepte? =) 


Kommentare:

  1. Mal wieder ein richtig toller Post, einige Sachen habe ich sofort auf meine Test-Liste verfrachtet. :)

    Was ich noch empfehlen kann ist eine Massage mit Honig. Kann man im Gesicht anwenden, aber auch auf dem Rücken usw. Falls du das mal testen möchtest: Einfach etwas Honig auf die Finger geben und dann die Finger abwechselnd auf die Haut drücken, wieder bis auf die Fingerspitzen von der Haut lösen und von vorn. Ich nehme dafür beide Hände und rolle sie sozusagen auf und ab. Das ist eine sehr klebrige Angelegenheit, aber der Honig zieht die Schlackestoffe förmlich aus der Haut heraus, was man nach einigen Minuten sogar richtig sehen kann. Ich habe das damals in der Ausbildung im Massageunterricht kennengelernt und ich sag dir, so eine samtweiche Haut hatte ich noch nie!

    Liebste Grüße!

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  2. Großartiger Post und tolle Fotos!

    Ich liebe Hausmittelchen und bin teetechnisch eine echte Kräuterhexe. Seit Monaten nehme ich mir ein Pflege-Detox-Wochenende vor. Das werde ich jetzt wirklich mal durchziehen und dabei einige deiner tollen Tipps mit einbeziehen. :)

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  3. Tolle ausführliche Tipps! Herrlich...da werde ich bald selbst mal welche von ausprobieren. Ich bin dann gespannt auf die Ergebnisse. :)

    Liebst
    Vanessa von Les Soapstories.

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  4. Ja, oder? Das Gefühhl ist der Wahnsinn! Wie lange hast du massiert? Das mit der Durchblutung ist keine Einbildung, das ist tatsächlich so. :) Wir haben nur mit Waschlappen und warmem Wasser abgewaschen, aber sicher macht etwas Waschgel das Ganze einfacher. Zur Häufigkeit haben wir keine genauen Infos oder Einschränkungen bekommen, daher nehme ich mal an, dass es keine Probleme gibt, wenn man das öfter macht. Warum auch? Das einzige, was man damit macht, ist Giftstoffe aus der Haut ziehen undide Durchblutung erhöhen - also nur Gutes. :) Find das Hautgefühl hinterher so toll... wie Babyhaut, ganz weich!

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  5. Liebe a.Ura...ich habe dir mal eine kleine Zeichnung von mir gewidmet :)
    Du findest sie hier: http://my-crazy-universe.blogspot.de/2013/09/sketch-36.html

    Mach bitte noch lange weiter so, dein Blog ist einfach genial !

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